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Auf Grund einer ärztliche Empfehlung begab ich mich vor etwa einem halben Jahr in das Therapiezentrum Klagenfurt. Der Eindruck im Nachhinein ist leider sehr enttäuschend. Schein und Sein driften sehr weit auseinander. Darüber hinaus war eine Schubladisierung von Patientinnen und Patienten zu beobachten. Im Web und im Folder finden sich zahlreiche, zunächst vielversprechend klingende Ankündigungen, die in meinem Fall möglicherweise initial für die ärztliche Empfehlung waren: „rasch und unbürokratisch Hilfe leisten“, „Krisenintervention“, „Einzeltherapie“, „langfristige therapeutische Hilfe“ oder eine „hohe Behandlungsfrequenz“ wurden u.a. versprochen. Außerdem besteht eine gewisse Tendenz mit Spitzenleistungsbehauptungen zu arbeiten – also, dass in der Einrichtung in jeder Lebenssituation geholfen und fast jede Diagnose multiprofessionell therapiert werden kann. Auf Basis meiner persönlichen Erfahrungen war von all dem leider wenig vorzufinden. Bei manchen der angeführten Punkte bestanden ohnehin schon im Vorfeld massive Zweifel, wie eine öffentliche Einrichtung ein derartiges Angebot für theoretisch die gesamte Unterkärntner Bevölkerung zugänglich machen soll. Das gesamte Wording empfinde ich als irreführend. Denn mit dem öffentlichen Charakters sind leider auch Wartezeiten, Bürokratie, fehlende Ressourcen sowie eine gewisse Gleichgültigkeit verbunden. Man muss diese Begleiterscheinungen ja nicht derart salopp nach außen kommunizieren, aber es macht schon Sinn und es wäre fair den Menschen einen realistischen Eindruck zu vermitteln was das PTZ denn tatsächlich imstande ist zu leisten. Ich musste auf das Erstgespräch mehrere Wochen warten - soweit ok. Zwischen diesem Erstgespräch und dem Folgetermin lagen dann aber noch einmal 8 Wochen. Dann erfolgte endlich eine Therapieplanung und die Aufklärung darüber, dass die viel umworbene "Einzeltherapie" in Wirklichkeit bloß in einem Intervall von 3-5 Wochen (im besten Falle) vorgesehen ist. Mir wurde zu einer externen Psychotherapie geraten. Schlussendlich gab es von Jänner bis Juni 2025 nur 4 Einzelgespräche mit der Psychologin. Eine therapeutische Relevanz war somit eher nicht gegeben. Insgesamt ist das Setting sehr auf Gruppen ausgerichtet. Meiner Meinung nach müsste dies viel klarer kommuniziert werden. Zudem gelangt man in die psychologischen Gruppen nur mit den Diagnosen Depression und/oder Angst. Alle anderen Patienten kommen in eine Ergotherapie. In welche und in wie viele, entscheidet primär die Psychologin. Zumindest wirkte dies bei mir so. Unterstellen möchte man hier ja nichts. Rückblickend habe ich den Eindruck, dass die Psychologin mich nicht ausstehen konnte (warum auch immer) oder sie war überfordert mit mir und deshalb darauf bedacht mich möglichst auf Abstand zu halten. Ich denke, dass meine gemachten Erfahrungen nicht stellvertretend sind für das was andere Klient(inn)en im PTZ vorfanden und vorfinden. Aus therapeutischen Erwägungen wäre somit im Falle zwischenmenschlicher Differenzen ein Wechsel der Psychologin zu ermöglichen. Zum endgültigen Bruch kam es durch die sehr unterschiedliche Bewertung von (Fehl)Verhalten von Patienten, abhängig davon, ob es sich bei der betroffenen Person um einen Mann oder um eine Frau handelt. Bei Männern wird im PTZ notorisches Fehlverhalten und Provokation konsequent wie auch liebevoll als Symptom einer psychischen Erkrankung verkleidet, während bei der sich zur Wehr setzenden Frau vor allem ein verdorbener Charakter oder sogar etwas gefährliches angenommen wird und unverzüglich sanktioniert werden muss. Zumindest: Die sonderbare Gepflogenheit bei zwei Streitparteien die eine zu beschützen und die zweite abzustrafen (wenn diese weiblich ist), ist in psychosozialen Einrichtungen leider immer wieder vorzufinden. Abgesehen davon, dass dies massiv unfair ist, entspricht es nicht einem zeitgemäßen Konfliktmanagement.